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THOMA, XAVER PAUL: STREICHSEXTETT op. 130 (xpt) Partitur
[IKURO 06061]

EUR 18.00
[incl. legal Tax
excl. Shipping]


THOMA, XAVER PAUL: STREICHSEXTETT op. 130 (xpt) Partitur

Komponist: Xaver Paul Thoma (geb. 1953)
Streichsextett opus 130 (xpt)
Besetzung: zwei Violinen, zwei Violen, zwei Violoncelli
Widmung: Asperger Kammersolisten
Dauer: 30 Min.
Schwierigkeit: 5 - 6
Ausgabe: Partitur
Erstausgabe / FIRST EDITION
NE-Format (231x303)
68 Seiten - Rückendrahtheftung

Stimmensatz unter IKURO 06062

Bestell-Nr.: IKURO 06061
Preis: 18.00 EUR inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten

Beschreibung:
XAVER PAUL THOMA / WERKNOTIZEN
Die Partiturniederschrift liegt im Zeitraum Oktober 2002 bis Mai 2003.
Wenn man es genau nimmt, liegt der Arbeitsbeginn zum Streichsextett aber schon im Jahre 1998. Es existiert ein Notenblatt mit einigen Takten Musik für zwei Violinen, zwei Bratschen und zwei Violoncelli. Diese Musik ist in etwas geänderter Form in den Ersten Satz „INTRODUKTION“ eingeflossen.

Gerade überlege ich, was ich über das Werk offen legen kann oder soll - was nützt dem Hörer zum besseren Verständnis? Etwa, dass der Erste Satz „Introduktion“ nahtlos in den zweiten Satz übergeht? Oder dass dieser erste Satz in mehreren Anläufen gar nicht zielstrebig sich einen Weg sucht, nein, gleich mehrere Wege geben die Möglichkeit nach verschiedenen Richtungen, bis der Hörer sich plötzlich an einem Ort wiederfindet, der nur noch eine Richtung zulässt; gleichzeitig Rückwege abschneidet und das Tor öffnet in eine Klanglandschaft, die Träume aus der Vergangenheit wiederholt und sie vermischt mit einer etwas schrofferen Gegenwart. Dieses Tor zum Zweiten Satz (gleichzeitig der Beginn) ist überschrieben mit dem Wort „zerklüftet“, die Klanglandschaft nennt sich SCHERZO TENEBROSO, und der Vergangenheitstraum zitiert aus einem a cappella Chor „Am Abend“ aus den Jahre 1969. Klänge, die ursprünglich für menschliche Stimmen gedacht waren, fließen in einen instrumentalen Kontext.

TENEBROSO (aus den Spanischen) ist ein Wort, das, spricht man es vor sich hin, viel Musik, eben auch Klang in sich birgt. Die Bedeutung „finster, dunkel“ beinhaltet ebenso Geheimnisvolles. Am besten erklärt das Gedicht von Joseph v. Eichendorff (1788-1857) die Stimmung, an die sich der jetzt 50jährige Komponist erinnert, als er mit 17 Jahren das Gedicht vertonte.

Der Abend
Schweigt der Menschen laute Lust:
Rauscht die Erde wie in Träumen
Wunderbar mit allen Bäumen,
Was dem Herzen kaum bewusst,
Alte Zeiten, linde Trauer,
Und es schweifen leise Schauer
Wetterleuchtend durch die Brust.

33 Jahre später mischen sich herbere Töne in meine Musik, bedingt durch Erlebnisse, aber auch durch Ereignisse, die täglich von Außen in mein Leben dringen. Gelesen, gehört oder gesehen, aus der Ferne oder Nähe.
Jede Komposition hat gezwungenermaßen einen Anfang und ein Ende. Das bedingt die Notation, und die Beschränkung auf eine gewisse Zeit-Dauer des Erklingens. Für mein persönliches Komponistenleben fühle ich sicher, dass ich nur ein einziges riesiges Musikstück schreibe, sozusagen wie in einem Bergwerk oder Steinbruch. Mit jeder neuen Partitur kann ich einen Teil ernten und einer neuen Form oder Bestimmung zuführen.
Ich kann auch sagen, jede Komposition hinterlässt offene Fragen, die im Folgenden auf eine Lösung warten; aber immer wieder gibt es Neues, das offen bleibt.
Rückgriffe und Verschränkungen innerhalb der Stücke sind die Konsequenz.
Deshalb gibt es im Dritten Satz des Sextetts, „ADAGIO“ überschrieben, Entwicklungen, die ihren Ursprung in der „INTRODUKTION“ haben, ja sogar wie eine Klammer in den Vierten Satz reichen.
Dieses „Finale“ ist ENIGMA überschrieben, und das Tonmaterial ist unter anderem aus den Namen der Interpreten festgelegt: den Interpreten, denen die Komposition gewidmet ist.
Kirchheim/Teck, 3. Juni 2003
Xaver Paul Thoma

Die Uraufführung des Streichsextetts von Xaver Paul Thoma
fand in Asperg am 14. Juni 2003 in einem Konzert zum 50. Geburtstag des Komponisten statt und wurde außerdem als Livemitschnitt auf CD veröffentlicht.
Ausführende waren die Asperger Kammersolisten denen das Werk gewidmet ist: Roland Heuer und Ikuko Nishida-Heuer Violine, Friederike Baltin und Axel Breuch Bratsche, Jan Pas und Joachim Hess Violoncello.

Partiturseite (Beispiel)
Partiturseite
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